Starke Markenlizenzen geben Pricing Power

Lizenznehmer profitieren auf viele Arten von starken Marken. Ein wichtiger Vorteil ist “Pricing Power”.

Anbieter von No-Name Produkten oder schwachen Labels können keine Preiserhöhungen durchsetzen. Sie sind einfach ersetzbar.

Dagegen generieren starke Marken ein Premium und somit höhere Margen. Und die höheren Margen – das Marken Premium – verdienen die Lizenzgebühr.

Das gilt besonders in Zeiten steigender Kosten, so wie jetzt.

Erfolgreiche Marken – Banksy

Ein Beispiel für erfolgreichen Markenaufbau und -führung ist Banksy. Die jüngste Versteigerung seines “Love in the Bin” erzielte US$25,4 Mio. Vor nur drei Jahren wurde das Werk noch für US$1,4 Mio versteigert.

Was macht Banksy erfolgreich?

Markenmythos, seine Person ist ein Geheimnis.

Grenzüberschreitung, die Legalität von Graffiti ist zweifelhaft. Ähnlich galt Red Bull zu Anfang als nicht legal in Deutschland.

Markenkontrolle, unter PestControl authentifiziert er seine Arbeit und schützt und verteidigt so sein Werk und seine Marke.

Exklusivität, Banksy ist selektiv bei Lizenzvergabe.

Banksy operiert weitestgehend abseits der klassischen Kanäle des Kunstmarktes wie Galerien, Kunstmessen, Museen.

Sequential Brands Group Versteigerung

Das Lizenzunternehmen Sequential beantragte kürzlich Gläubigerschutz. Im Rahmen des Verfahrens versteigert es nun seine verbliebenen Labels und Marken, darunter Jessica Simpson, Avia, AND1 und William Rast.

Bereits zuvor verkaufte es Caribbean Joe für US$3 Mio. und Ellen Tracy für US$17 Mio. Beide sind erfolgreich lizenziert. 2013 hatte Sequential über US$80 Mio. gezahlt.

Linnens ‘N’ Things wurde an Retail Ecommerce Ventures verkauft. Das Unternehmen verwandelt Einzelhändler zu e-Commerce.

Martha Stewart hatte Sequential bereits früher verlassen und zu Marquee Brands gewechselt.

Wetten auf Marken

Der Markt für Online Sportwetten ist groß, wachsend und hat Marken wie Oddset, Tipico, die oft Britischen Betfair, Betdaq, William Hill und DraftKings, Fanduel.

Die steigenden Kosten zur Akquise von Spielern ließ Wettanbieter nach etablierten Marken suchen. In Großbritannien lizenzierte zum Beispiel Sky sehr früh, in den USA in 2019 Fox.

Nun prüft die im Besitz von Disney befindliche Marke ESPN, das Sport Network, eine Lizenz für Sportwetten. Die angestrebten Lizenzeinnahmen liegen bei Drei Milliarden Dollar (US $ 3 Mrd).

Disney ist ein Pionier bei Markenlizenzen und jahrelanger Rekordhalter bei jährlichen Lizenzeinnahmen.

Ferrari Mode & Restaurant

Reuters berichtet, dass Ferrari seine Marke in Mode und Restaurants erweitert.

Nicht erwähnt wird, dass Ferrari schon im letzten Jahrtausend innovativ und führend bei Markenlizenzen war.

Bereits in den 1990ern besaß Ferrari ein weltweites Lizenzprogramm. Die Marke wurde erfolgreich in über 20 Produktkategorien lizenziert. Zu den Produkten gehörten auch damals schon Mode, Taschen und Gepäck, Accessoires, Schuhe und Uhren.

Mit am erfolgreichsten war eine Computer-Spiele-Konsole mit Lenkrad und Pedalen.

 

 

 

Die damals noch in der Schweiz beheimatete Lizenzgesellschaft meldete über 890 Millionen Schweizer Franken Umsatz mit Lizenzprodukten. Schon für sich genommen war das eine Top Marke und ein veritabler Konzern.

Lizenz Chancen nutzen

Vor vielen Jahren sprachen wir einen Markeninhaber auf Lizenzen an. Die Marke steht für Mobilität und wendet sich an Senioren.

Eine unserer Ideen waren Fahrräder für Best-Ager. Aus unserer Sicht fehlten bequeme Fahrräder, die Marke war Top geeignet, und der Fahrradmarkt schwächelte.

Bedauerlich, wir konnten nicht überzeugen. Eine Hürde war unser Honorar. Kurz darauf gingen die ersten Hersteller in Konkurs.

Heute sind die Zeitungen voll mit Promis wie Arnold Schwarzenegger und Simon Cowell auf Ihren E-Bikes. Wohlhabende 60- und 70-jährige kaufen Fahrräder für Tausende.

Der Markt boomt, Händler können die Ware nicht schnell genug herbei bringen.

Vor Kurzem traf ich den Markeninhaber wieder. Er bedauerte, die Chance verpasst zu haben.

Markenlizenzen bei Parfum

Die Duftbranche war eine der ersten großen Lizenznehmer.

Coco Chanel verdiente mehr am Parfum als an Couture. Christian Dior Parfums und Kosmetik waren ein Grundstock für Bernard Arnaults LVMH, heute der größte Luxuskonzern weltweit.

Und Gabriela Sabatini war die bis dahin erfolgreichste Neueinführung eines Dufts.

Auch heute nennt die neue CEO von Coty als erstes die Lizenzmarken Gucci, Burberry, Hugo Boss und Adidas, wenn sie vom Portfolio spricht. Ihre aktuell neuen Stars sind Kylie (Jenner) Cosmetics und Kim Kardashians KKW.